| Geschichte des Zeitzeugen-Archivs | ||
| Das Profil der Zeitzeugenreihe hat sich erst allmählich, im Gleichklang gewissermaßen mit der Firma Zeitzeugen TV selbst herausgebildet. Während die Reihe 1987 mit Persönlichkeiten wie Walter Markov, Jürgen Kuczynski, Freia Eisner, Hans Mayer und Rudolf Schottlaender begann, die aus ihren Jahrhundertbiografien erzählten, kamen später vor allem Menschen zu Wort, die auf herausragende politische, wissenschaftliche oder künstlerische Leistungen zurückblicken konnten wie Richard von Weizsäcker, Rudolf Bahro, Wolf Jobst Siedler, Gitta Sereny, Bernhard Heisig und Harry Belafonte. | ||
| Das Zeitzeugen-Archiv sind Innenansichten und Reflektionen von geschichtlichen Ereignissen des 20. Jahrhunderts aus sehr verschiedenen Perspektiven. Aus den Selbstzeugnissen von Menschen, die Kriege und Revolutionen, Exil und Konzentrationslager erlitten, ersteht ein einrucksvolles, facettenreiches Bild der Epoche bis zum Zweiten Weltkrieg. In emotionaler, oft widersprüchlicher Weise wird auch der Beginn des Kalten Krieges und das Ringen um die Einheit Deutschlands beschrieben. Vertreter und Gegner der DDR kommen zu Wort, die aus eigenem Erleben die Entwicklung ihres Staates ebenso anschaulich schildern wie den Prozess der deutschen Wiedervereinigung und das unerwartete Auseinanderbrechen der Sowjetunion. Oft geben sie uns dabei Einblick in die Geschichte der kommunistischen Weltbewegung von ihrem Beginn in den zwanziger Jahren bis zu ihrem Ende in dem bewegten Jahr 1989. | ||
| Ziele, Visionen | ||
| In einer Zeit, da die Gesellschaft von audiovisuellen Medien mit immer fragmentarischer werdenden Produkten überhäuft wird, bedarf es einer Filmarbeit, die sich dem individuellen Lebenslauf als ganzes widmet. Dies versucht Zeitzeugen TV zu tun, indem es wertvolle Zeugnisse menschlicher Erfahrungen aufzeichnet. Es versteht sich als eine audiovisuelle Quelle autobiografischen Erinnerns. Gerade die filmische Autobiografie vermag das Verständnis von Geschichte nachhaltig zu befördern, da sie die Reflexion von Erlebtem mit der emotionalen Authentizität des im bewegten Bild auftretenden und sprechenden Zeitzeugen verbindet. Sobald die Geschichte ihre Protagonisten hinter sich gelassen hat, droht sie ihren emotionalen Gehalt zu verlieren. Zwischen der »erlebenden« und der »nacherlebenden« Generation entsteht eine Gefühlskluft, die zu überbrücken eine der vornehmsten Aufgaben von Zeitzeugendokumentationen ist. | ||
| Seinen Archivbestand hat Zeitzeugen TV mit rein privaten Mitteln und ohne öffentliche Gelder geschaffen. Die Pflege des Archivs und seine künftige Erweiterung werden durch Lizenzverkäufe finanziert werden müssen. Diese Veröffentlichung soll potenzielle Zeitzeugen dazu anregen, ihre Erinnerungen in unser Archiv einzubringen oder durch Zuwendungen am Aufbau einer »Stiftung Zeitzeugen« mitzuwirken. | ||
| Ausführliche Informationen finden Sie auch in unserem Katalog: | ||
| »Erinnerung als Verantwortung – Das Zeitzeugen-Archiv in Text und Bild« | ||
| erschienen im: Parthas-Verlag Planufer 92d 10967 Berlin Tel. 030/611 019 010 Tel. 030/611 019 011 info@parthasverlag.de |
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